Gewaltverbot in der Erziehung

Kinderschutz geht uns alle an! Kinder und Jugendliche haben das Recht auf ein gewaltfreies Leben. 

Diese klare Botschaft steht im Zentrum einer Sensibilisierungskampagne des Landes Vorarlberg, um das Gewaltverbot in der Erziehung verstärkt ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rufen. „Kindern darf keine Gewalt angetan und weder körperliches noch seelisches Leid zugefügt werden – nicht in der Schule, nicht in der Familie und auch nicht sonstwo. Das ist verfassungsgesetzlich festgeschrieben, aber trotzdem findet Gewalt gegen Kinder leider nach wie vor tagtäglich in unserem unmittelbaren Lebensumfeld statt. Dagegen müssen wir als Gesellschaft auftreten, denn das geht uns alle an“, betont Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker. Um eine möglichst große Breitenwirkung zu erzielen, sei es daher wichtig, das Thema vor allem dort anzusprechen, wo viele Menschen aus verschiedenen Bereichen und Schichten der Gesellschaft zusammenkommen. Umso mehr begrüßt Wiesflecker die Unterstützung durch den Vorarlberger Fußballverband im Engagement für den Kinderschutz.

Der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die von Gewalt in der Erziehung betroffen sind, schwankt je nach Definition und Erhebungsmethode zwischen sieben Prozent und einem Viertel. Die Ergebnisse aus deutschen und österreichischen Studien bedeuten umgelegt auf das Bundesland Vorarlberg, dass ca. 1.100 Kinder und Jugendliche pro Jahrgang im Alter zwischen 6 und 14 Jahren verschiedene Sanktionsformen einschließlich mehrmaliger Körperstrafen erleben und dass davon 300 gravierenden körperlichen Angriffen ausgesetzt sind.

Im Jahr 2009 brachte die Studie „Familie – kein Platz für Gewalt!(?)“ ein ernüchterndes Ergebnis: nur 32 Prozent der Befragten wussten, dass es in Österreich ein Verbot von Gewalt in der Erziehung gibt, obwohl das Gesetz damals schon seit zwei Jahrzehnten in Kraft war. Eine Folgestudie aus dem Jahr 2014 zeigte immerhin eine Steigerung des Bekanntheitsgrades des Gesetzes auf 58 Prozent auf. Trotzdem: Immer noch fast die Hälfte der Befragten wusste nichts von Gewaltverbot in der Erziehung.

Im März 2017 hat „Kinderschutz Vorarlberg“ im Auftrag des Landes seine Arbeit aufgenommen. Eine der zentralen Herausforderungen ist es, die breite Öffentlichkeit Vorarlbergs für das Thema Kinderschutz zu sensibilisieren. Studien und Erfahrungen aus anderen Ländern, etwa aus Schweden, zeigen deutlich, dass neben der rechtlichen Verankerung regelmäßig über das Gewaltverbot, Alternativen in der Erziehung und die Auswirkungen auf Kinder, informiert werden muss, so Landesrätin Wiesflecker: „Wir sehen, dass die Akzeptanz von Gewalt in der Erziehung nach und nach sinkt, dass sich aber diese Einsicht noch lange nicht überall durchgesetzt hat. Deshalb ist es wichtig, dass wir mit unserer Kampagne das Bewusstsein gegen Gewalt weiter stärken.“

Die aktive Mitwirkung des Vorarlberger Fußballverbandes an dieser Initiative ist von besonderem Wert. Zur Veranschaulichung: In den Vorarlberger Fußballvereinen spielen zurzeit insgesamt 6.772 Kinder. Den Berechnungen der eingangs genannten Studien folgend werden 474 von ihnen zuhause geschlagen. „Diese Zahlen zeigen, dass hier ein großer Teil der Betroffenen – sowohl die Kinder, als auch ihre Eltern – erreicht und angesprochen werden kann“, erläutert Landesrätin Wiesflecker.

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